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7 Achtsamkeitsgeschenke für die Weihnachtszeit

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Die Tage werden dunkler. Sie haben Ihre leichte Sommerkleidung vielleicht schweren Herzens für das nächste Jahr verstaut und Ihre wohlig wärmende Wintergarderobe hervorgeholt. Schon sind die ersten Kerzen am Adventskranz entzündet und das Weihnachtsfest naht mit großen Schritten. Die Weihnachtsmärkte laden in diesem Jahr wieder dazu ein, mit lieben Menschen Zeit zu verbringen und sich an den Düften, der Musik und den Farbspielen des Weihnachtsschmuckes zu erfreuen. Vielleicht haben Sie sich jedoch auch bei dem Gedanken erwischt »Ach, es ist schon wieder Dezember? Wie konnte das Jahr nur so schnell verfliegen. Kam mir in meinen Kindheitstagen das Jahr doch unendlich lang vor und nun vergeht alles so geschwind, als wäre es kaum wahr gewesen.«

Die Augenblicke sind das, was vom Leben bleibt

Falls Ihnen solche Gedanken durch den Kopf gegangen sein sollten, lade ich Sie herzlich dazu ein, sich selbst mit Momenten der Achtsamkeit zu beschenken. Sie benötigen für diese Augenblicke kein Mehr an Zeit oder einen speziellen Ort, an dem Sie verweilen müssen. Es bedarf »lediglich« der bewussten Entscheidung, sich voller Neugier der Erforschung seiner selbst zu widmen, und sich selbst mit freundlicher, mitfühlender Aufmerksamkeit zuzuwenden. 

Achtsamkeit oder »offenes Gewahrsein« bedeutet nicht, weise lächelnd über den Dingen zu schweben und alles gutzuheißen. Die Etablierung von Achtsamkeit im Alltag stellt eine Einladung dar, so viele Augenblicke wie möglich bewusst zu erleben und zu erkennen, dass das Leben durch ständige Veränderungen geprägt wird. Das Geschenk der Achtsamkeit gibt Ihnen die Freiheit, bewusst zu entscheiden, wie Sie mit den Gegebenheiten, die das Leben Ihnen bietet, selbstfürsorglich umgehen können. Denn unser aller Leben beinhaltet angenehme, unangenehme oder neutrale Momente und Situationen, auf die wir körperlich, gedanklich und emotional reagieren. Sich einladen, mit offenem Gewahrsein Einsichten über die Gewohnheitsmuster des Geistes zu erlangen. Den einzelnen Augenblicken, aus denen unser aller Leben besteht, mehr Beachtung zu schenken und sich in die Lage zu versetzen, in diesem Augenblick bewusst über Ihren nächsten Augenblick zu entscheiden. Denn die Augenblicke sind das, was vom Leben bleibt.

Achtsamkeitsübungen für eine selbstfürsorgliche Weihnachtszeit

Eines ist auf alle Fälle von Nöten, um die freundliche Präsenz des Augenblicks in Ihrem Leben willkommen zu heißen: Sie dürfen sich das Geschenk des Übens machen. Aus dem Tun-Modus in das So-Seinlassen des jeweiligen Augenblicks wechseln. 

Die folgenden Achtsamkeitsgeschenke können Sie in Ihren Alltag integrieren, so wie es für Sie am besten mit Ihrer Planung harmoniert. Vielleicht ist es hilfreich, sich bereits zu Beginn eines neuen Tages zu überlegen, welches der folgenden Geschenke Sie sich selbst machen möchten.

1. Achtsam den Tag begrüßen

Sich einladen, voller Ruhe in den neuen vorweihnachtlichen Tag zu starten. Sich gewahr werden, was sich von Augenblick zu Augenblick zeigt und bewusst das neue Türchen des Adventskalenders öffnen und schauen, was sich dahinter verbirgt. Vielleicht ist es hilfreich, sich mit seinem freundlichsten Lächeln zu beschenken. Eventuell machen Sie sich bewusst, ob Sie die Angewohnheit haben, vieles gleichzeitig bewältigen zu wollen. Den Autopilotenmodus bewusst ausstellen, um den neuen Tag im Hier und Jetzt zu beginnen. Experimentieren Sie am heutigen Tag zusätzlich damit, sich nacheinander nur jeweils einem Ablauf zuzuwenden. 

2. Achtsam unterwegs

Vielleicht heute den eigenen Forschergeist erproben und bei einem vorweihnachtlichen Winterspaziergang willkommen heißen. Sich einladen, Wegstrecken in der Natur oder während des Alltags voller Gewahrsein durchzuführen. Wahrzunehmen, wie der eigene Atem weiße Wölkchen durch die winterlich kalte Luft wirbeln lässt. Möglicherweise hat bereits der erste Schnee die Landschaft mit einem frischen Weiß überzuckert, und einzelne Schneekristalle glitzern wunderbar. Eventuell ist es hilfreich, sich selbst während des winterlichen Spaziergangs in mit Interesse fördernden Fragen jedem Augenblick zu widmen. Eine Auswahl an unterstützenden Fragen: Was höre ich in diesem Moment? Wie fühlt sich der Boden unter meinen Füßen an? Wie bewegen sich meine Arme beim Gehen? …

3. Achtsame Kommunikation

Machen Sie sich ein vorweihnachtliches Präsent und kommunizieren Sie bewusst achtsam. Gerade in der vorweihnachtlichen manchmal atemlosen, hektischen Zeit ist es hilfreich, sich zum Beispiel zu Beginn des heutigen Tages das Geschenk zu machen, über abwesende Menschen nur so zu reden, als ob diese dabei wären. Mit dieser achtsamen Kommunikation bauen Sie eine sichere Bindung und wohlwollende Haltung zu sich selbst auf. Sie werden vertrauter mit Ihren üblichen automatischen Reaktionen und erobern sich eine neue Handlungsfreiheit zwischen einem aufkommenden Reiz und der Reaktion darauf.

4. Zum ersten Mal

Laden Sie sich ein, bewusst eine alte Gewohnheit in dieser Adventszeit zu verändern. Versetzen Sie sich in die Lage, eine neue, ungewohnte Perspektive einzunehmen. Vielleicht gehen oder fahren Sie einen anderen Arbeitsweg als gewohnt, oder Sie setzen sich in Ihrem Lieblingscafé an einen anderen Platz. Ganz bewusst die Haltung der Freundlichkeit und Selbstfürsorge willkommen heißen. Die einzelnen Augenblicke wirklich zu erleben.

5. Achtsamkeitspause

Sich über den Tag immer wieder eine kleine Pause gönnen und sich einladen, bewusst den einzelnen Augenblicken auch außerhalb der Weihnachtszeit, aus denen unser aller Leben besteht, mehr Beachtung zu schenken – voller Selbstfürsorge, Vorsicht und Klarheit. Vielleicht hilft ein Klebezettel mit dem entsprechenden Hinweis, diese Idee in die Tat umzusetzen. Sich einladen, eine aufgerichtete, komfortable Haltung einzunehmen. Eine Hand sachte auf dem Herzen ablegen. Sich selbst sanft zuzulächeln und Einatmen … Ausatmen … Einatmen … Ausatmen … Mit Unterstützung des Gewahrseins auf den Atem erkennen, was in jedem neuen Augenblick von Nöten ist, um Verbundenheit mit sich und dem Moment herzustellen.

6. Achtsam essen

Machen Sie sich heute eine Freude! Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre persönliche weihnachtliche Lieblingsspezialität zuzubereiten. Vielleicht freuen Sie sich jedes Jahr erneut auf die leckeren Dinge, die es nur zu dieser besonderen Jahreszeit gibt. Wie wäre es, wenn Sie sich zum Beispiel der Zubereitung von Vanillekipferl zuwenden und diese backen? Diese Achtsamkeitsübung beginnt schon beim Einkauf der Zutaten und bei dem Kneten des Teiges bis hin zum achtsamen Verzehr des süßen Weihnachtsgebäcks. Mit allen Sinnen wahrnehmen und genießen. Guten Appetit!

7. Viel Glück

Wünschen Sie sich in dieser vorweihnachtlichen Zeit selbst Glück. Halten Sie mehrmals am Tag inne und sagen Sie zu sich selbst: »Möge ich glücklich sein«, »Möge ich mich sicher und geschützt fühlen«. Sie haben es verdient, glücklich zu sein. Beschenken Sie sich zusätzlich mit einem leichten Lächeln. Vielleicht erstellen Sie eine Liste mit glückverheißenden Energiespendern. Diese bewusst erlebten vorweihnachtlichen Glücksmomente können Ihnen auch in den folgenden Monaten des kommenden Jahres in herausfordernden Momenten hilfreich zur Seite stehen. Laden Sie sich ein, sich der Kostbarkeit des Lebens bewusst zu werden.

Ich wünsche Ihnen viele achtsame Weihnachtsaugenblicke der freundlichen Bewusstheit und des Mitgefühls!

Die Autorin

Portrait Susanne Schug

Susanne Schug ist Pflegekoordinatorin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Zentrum für Integrative Psychiatrie in Lübeck und seit 20 Jahren in der Psychiatrie tätig. Sie ist Autorin des Kartensets »Achtsamkeit. 60 Übungskarten für Therapie und Beratung« .